Sidney
Zwöi Reisendi wäre gern uf Down under – itz hätte si gärn Daune anne. E Songtext über ne Story, wo sich genau so zuetreit het, nur ganz andersch.
I ha alles planet: Scho paar Mönet im Voruus bini no zum Coiffeur fürnes guets Foto füre nöi Uswiis.
Weisch, i ha alles planet: Ha nöii Schueh zum wandere und i loufe se ii u packe när glich no öppis ii gäge Blaatere – sicher isch sicher.
I nime mis Surfbrätt mit u Sunnecrème mit Schutzfaktor 50 u dr schlimmsti Muggespray, wo git, damits de o würklech öpis nützt.
Und i ha es Buech drby über die gfährlechste Tier, wos in Australie git u was me muess mache, weme se trifft.
När bini is Flugi. Es isch scho no lang gange. Aber i ha ds einte oder angere feine Getränk gno u zimlech guet gschlafe.
U woni wieder verwache, da sy mir grad glandet u dr Flight Attendant faaht aa lache, woni ne frage, wie witt s zum Strand isch.
U är seit: «Dir sit scho in Sidney, aber dir sit ni wo dir meinet. Zum surfe ischs chly blöd hie – besser wär iishockeyle.
Dir sit scho in Sidney, aber dir sit ni wo dir meinet. Leget gschider öppis aa, es chunnt gly cho schneie.»
I wär gärn uf Down Under – itz hätti gärn Daune anne.
Me cha itz säge: ‘Blöd gloffe’, aber es isch no schlimmer, wüu australische Summer bedütet, es isch kanadische Winter.
U itz stani da. Ds Wätter chli ‚Wäh‘. Ha Schutzfaktor 50 druffe u dusse isch Minus 10 – oh Sidney, Sidney.
U nid mal d Dollar sy hie Dollar. Es isch würklech alles angers. I ha nach Down Under wöue, itz hätti gärn öppis drunger anne.
Immerhin hilft mini Toucherbrülle es bitzeli gäge Schnee. D Flosse hälfe wiederum nid – besser wär e Neopren.
«Dir sit scho in Sidney, aber dir sit ni wo dir meinet. Zum surfe ischs chly blöd hie – besser wär iishockeyle.
Dir sit scho in Sidney, aber dir sit ni wo dir meinet. Leget gschider öppis aa, es chunnt gly cho schneie.»
I wär gärn uf Down Under – itz hätti gärn Daune anne.
Lorenz Häberli (39) und Luc Oggier (37), bekannt als Lo & Leduc, sind Musiker und Weltenbummler aus Bern. Diese Geschichte sei genau so passiert, nur anders. Tatsächlich haben die beiden einmal einen Flug nach Dubai gebucht, obwohl sie nach Dublin wollten. Sidney – nicht Sydney – ist eine kanadische Stadt auf Vancouver Island.
Ausserdem, schreiben sie, fehlt in dieser Story einiges, um nicht zu sagen, sehr vieles oder auch: so gut wie alles. Zum Beispiel
- die Farbe des Teppichs am Gate des Flughafens.
- die Anzahl Vögel auf dem Rollfeld zum Zeitpunkt des Abflugs.
- die Beschreibung des Geruchs des Bullterriers auf dem Nebensitz sowie die Antwort auf die Frage, ob Bullterrier in einem Flugzeug erlaubt sind und, wenn ja, unter welchen Bedingungen.
- die Farben der Kaugummipackungen im Kiosk.
- alle meine Gedanken.
- der Inhalt der Tupperdose des Flugbegleiters.
- das Geräusch des Servierwagens, wenn er eine Sitzlehne streift.
- die Raumtemperatur in meiner Wohnung, wo ich an einem Tisch sitze und diese Geschichte schreibe.
- der Satz: «Am Gate prüfe ich die Flugnummer ein letztes Mal, bevor ich mir endgültig eingestehe, dass ich einen Flug nach Dubai gebucht habe, obwohl ich nach Dublin fliegen wollte.»
- der Anfang.