Das Lied der Sterne
Namibia, 2025. Allein in der Finsternis der Wüste kriecht die Angst heran – bis die Nacht etwas Magisches offenbart.
Die Sonne sinkt langsam hinter den Dünen der Namib-Wüste. Der Sand glüht in warmem Orange und die Luft flimmert wie Goldstaub. Ich sitze vor meinem kleinen Zelt und schaue dem Tag beim Einschlafen zu.
Ich bin weit gereist. Durch Steppe und Savanne, über staubige Strassen und vorbei an neugierigen Zebras. Jetzt bin ich ganz allein hier draussen. Nur mein Rucksack, mein Schlafsack und der Wind, der leise durch das trockene Gras streicht.
Als die Dunkelheit kommt, wird es still. So still, dass ich mein eigenes Herz klopfen höre. Plötzlich fühle ich mich klein. Ganz klein. «Was, wenn etwas passiert?», flüstere ich. Ich ziehe die Knie an, wickle mich in meine Decke und schaue in den Himmel. Und dann sehe ich es.
Über mir leuchtet ein Meer aus Sternen. So viele, dass ich kaum zählen kann. Sie funkeln in allen Richtungen, als hätten sie nur auf mich gewartet. Ich vergesse, Angst zu haben. Ich liege da, mitten im Sand, und schaue einfach hinauf.
Da meine ich, etwas zu hören. Ein leises Summen, kaum hörbar, als würden die Sterne singen. Ich schliesse die Augen und lausche. Es klingt wie ein Lied, das von Mut erzählt. Von Zuhause und von Freundschaft. Und ich merke: So allein bin ich gar nicht.
Am nächsten Morgen kitzelt mich die Sonne wach. Ich strecke mich, lächle und packe meine Sachen. Die Wüste ist still, aber in mir klingt das Lied der Sterne nach.
Auf dem Rückweg denke ich an die Nacht. An meine Angst. Und an den Moment, als ich aufgehört habe, mich klein zu fühlen. «Vielleicht», sage ich leise, «braucht man manchmal einfach Dunkelheit, um zu sehen, wie hell man leuchten kann.»
Ich werfe meinen Rucksack über die Schulter, schaue noch einmal zum Himmel und weiss: Das nächste Abenteuer wartet schon.
Lotta, das Globetrotter-Maskottchen, ist Entdeckerin, Geschichtensammlerin und manchmal auch ein bisschen Träumerin. Auf ihren Reisen lernt sie, dass jede Angst Platz macht für etwas Neues: für Mut, Freundschaft und die Magie der kleinen Momente unter einem grossen Himmel.