Die Meilensteine

Etappen einer Reise

Von einem Velokeller in Zürich zu einem der bekanntesten Reisebüros der Schweiz: Globetrotter hat in fünf Jahrzehnten viel erlebt. Expansionen, Krisen, neue Ideen und Formate – jede Epoche brachte ihre eigenen Herausforderungen und Wendepunkte. Hier die Etappen, die uns geprägt haben.

Andy Keller am Einrichten der Filiale Bern, 1982

Andy Keller am Einrichten der Filiale Bern, 1982

Filiale Bern, 1982

Filiale Bern, 1982

Team der Filiale Zürich, 1983

Team der Filiale Zürich, 1983

Globetrotter Magazin

Globetrotter Magazin

Filiale Basel

Filiale Basel

Ticket Office-Eröffnung, 1992

Ticket Office-Eröffnung, 1992

Fernwehfestival, 2019

Fernwehfestival, 2019

Die ersten Filialen: Bern und Basel

Schon wenige Jahre nach der Gründung reichte der Zürcher Velokeller nicht mehr. Die Nachfrage wuchs, Kundinnen und Kunden reisten von weither an. 1982 eröffnete Globetrotter die erste Filiale in Bern, kurz darauf eine in Basel.

Die Expansion war nicht strategisch geplant, sondern ergab sich aus dem Leben selbst: Andy Keller, der damals bereits bei Globetrotter arbeitete, zog es privat nach Bern. Er sprach mit Walo Kamm über die Idee, dort eine Filiale aufzubauen. Wenig später öffnete Globetrotter am Casinoplatz in der Berner Altstadt seine erste Filiale ausserhalb von Zürich. Sie entwickelte sich rasch zu einem Erfolg und prägte den weiteren Weg des Unternehmens.

Das eigene Magazin

Ebenfalls 1982 erschien das erste Globetrotter-Magazin. Es war weit mehr als ein Werbeheft: Reportagen, Leserbriefe, Tipps und Debatten machten es zu einer Plattform für Reisende. Hier wurde erzählt, gefragt, widersprochen und geteilt – immer aus eigener Erfahrung heraus.

Über die Jahre wuchs das Magazin zu einer festen, bis heute prägenden Stimme in der Schweizer Reiselandschaft. Es begleitet das Unterwegssein, greift neue Themen auf und bleibt dabei seinem Kern treu: neugierig, offen und inspiriert vom Reisen.

«Als langjähriger Chefredaktor glaubte ich immer an die Kraft authentischer Reisegeschichten. Und an Geschichten, die das Reisen als inspirierenden Erfahrungsschatz und Horizonterweiterung verstehen.»
Andy Keller
Prägte das Globetrotter-Magazin elf Jahre lang als Chefredaktor

Krisenjahre – 9/11 und das Swissair-Grounding

2001 war ein Schock für die gesamte Reisebranche. Nach den Terroranschlägen vom 11. September brachen die Buchungen ein, und Flugreisen wurden komplizierter. Nur Wochen später folgte das Grounding der Swissair – auch für Globetrotter ein tiefer Einschnitt. Doch die Firma hielt durch. Flexibilität, ein starker Zusammenhalt und viel Improvisation halfen, diese Krise zu tragen.

Tsunami und die Suche nach Antworten

2004 erschütterte der Tsunami in Südostasien auch viele Globetrotter-Kundinnen und -Kunden. Sofort stellte sich die Frage: Welche Rolle haben wir als Reisebüro? Verantwortung und Fürsorge für Betroffene rückten stärker in den Vordergrund.

Globetrotter reagierte schnell: André Lüthi reiste in die Region, suchte betroffene Kundschaft und verschaffte sich ein Bild vor Ort. Parallel wurden interne Abläufe geschärft, der bereits nach 9/11 aufgebaute Krisenstab verstärkt und Prozesse so angepasst, dass man in zukünftigen Ausnahmesituationen schneller und koordinierter reagieren konnte.

Diese Ereignisse schärften das Bewusstsein dafür, wie verletzlich Regionen sind und welche Verantwortung ein Reiseunternehmen im Krisenfall trägt.

«Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Abends mussten wir das Erlebte irgendwie verdauen, führten viele Gespräche. Das sind Bilder, die ich mein Leben lang nicht vergesse.»

Tsunami in Südostasien, 2004

André Lüthi
VR-Präsident Globetrotter Group

Neue Firmen, neue Formate

Ab 2009 entwickelte sich Globetrotter zu einer Unternehmensgruppe. Mit der Gründung der Globetrotter Group AG entstand eine Struktur, um Synergien zu bündeln und spezialisierte Bereiche gezielt weiterzuentwickeln. Heute gehören zwölf Reiseunternehmen zur Gruppe – verbunden durch das gemeinsame Ziel, Vielfalt zu fördern und Reisen differenziert zu begleiten.

Auch inhaltlich öffnete sich Globetrotter weiter. 2016 feierte man das 40-Jahr-Jubiläum mit grossen Kunden-Events in Zürich und Bern sowie einer 100-seitigen Jubiläumspublikation.

Begleitet wurde diese Entwicklung von einer Führungskultur, die Werte und den Menschen ins Zentrum stellte – geprägt von Vertrauen, Offenheit und dem Anspruch, gemeinsam weiterzukommen.

Fernweh-Festivals und Entdeckergeist

Mit den 2010er-Jahren begann eine neue Ära: Globetrotter wurde nicht nur Reisebüro, sondern auch Veranstalter. Die Multivisionsvorträge, die schon bei Walo Kamms Anfängen Menschen anzogen, erhielten ein neues Format. Dany Gehrig, heute CEO von Globetrotter Travel Service, entwickelte daraus die Fernweh-Festivals – über viele Jahre ein Fixpunkt für alle, die sich nach Welt und Weite sehnten. Später kamen weitere Veranstaltungen hinzu: Formate für Kundinnen, Kunden und Partner, die das «Reise erleben» in die Schweiz holten und die Community stärkten.

Die Pandemie und ein tiefer Einschnitt

2020 brachte die Corona-Pandemie den weltweiten Tourismus fast vollständig zum Erliegen. Innert weniger Monate verlor Globetrotter 75 Prozent Umsatz, Filialen mussten schliessen, viele Mitarbeitende gingen. Auch die gesamte Reisebranche stand vor existenziellen Fragen.

Schon zuvor spürte man Gegenwind: Klimawandel, «Overtourism» und die Verschiebung vom klassischen Beratungsgeschäft in den Onlinemarkt stellten seit Jahren neue Anforderungen. André Lüthi beschreibt diese Phase so:

«Auf Expeditionen zum Nordpol oder zu einem 8000er im Himalaya lernt man: Ist man vorbereitet und warm angezogen, kommt man auch durch eisigen Wind.»

Während der Pandemie engagierte er sich als Leiter Politik im Schweizerischen Reiseverband und setzte sich dafür ein, dass Bund und Kantone die Reiseunternehmen unterstützen. Diese Hilfe ermöglichte vielen Betrieben das Überleben.

Für Globetrotter zeigte diese Zeit, wie viel Zusammenhalt, Pragmatismus und Offenheit für Neues bewirken können.

«Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern. Ich baue lieber Windmühlen.»
André Lüthi
VR-Präsident Globetrotter Group

Globetrotter heute

Die Pandemie war kein einzelner Einschnitt, sondern ein Wendepunkt. Sie stellte vieles infrage: Geschäftsmodelle, Arbeitsweisen, die Rolle von Beratung und Nähe. Was blieb, war die Erkenntnis: Veränderung ist nicht Ausnahme, sondern Normalzustand.

Globetrotter nutzte diese Zeit, um neu zu denken: flexibler zu arbeiten, Strukturen zu hinterfragen und Verantwortung breiter zu teilen. Nicht alles war neu – vieles knüpfte an das an, was schon lange Teil der DNA war. Aber manches wurde klarer, bewusster, konsequenter.

Auch heute stellt sich dieselbe Frage wie von Anfang an: wie wir unseren Weg gestalten – mit Sinn, Qualität und Haltung. Um die Frage, wie bewusstes Unterwegssein auch in Zukunft möglich bleibt: für Menschen, für Regionen und für jene, die Reisen begleiten.

Diese Haltung zeigt sich heute in neuen Formen. In Begegnungen, die Raum für Austausch lassen. In Beratung, die schon immer auf Passung setzte und heute noch persönlicher ist. Und in Momentaufnahmen aus eigenen Reisen, die Wissen teilen, ohne es zu inszenieren.

Globetrotter-Spirit

Die grossen Etappen erzählen von Aufbrüchen, Erfolgen und Krisen. Doch hinter jeder Zahl und jedem Ereignis stehen Werte und Menschen, die sie leben. Im nächsten Kapitel geht es um diesen Spirit, der Globetrotter seit den Anfängen trägt.

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