Gründer & Anfänge
1976, in einem dunklen Velokeller in Zürich, legte Walter Kamm den Grundstein für Globetrotter. Aus ersten Vorträgen, spontanen Beratungen und günstigen Flugtickets entstand etwas, das schon bald die Reiseszene bewegte.
1972
1977
1985
Der Velokeller an der Mühlegasse
Es war ein unscheinbarer Ort: ein Kellerraum an der Zürcher Mühlegasse, gemietet für 80 Franken im Monat. Dort richtete Walter (Walo) Kamm 1976 seine erste Filiale ein. Von Schalter und Katalogen keine Spur, stattdessen runde Holztische, Regale voller Landkarten und Menschen, die nach seinen Vorträgen vorbeikamen, Fragen stellten und sich beraten liessen.
Der Keller wurde schnell mehr als ein Ort für Beratung. Er wurde zum Treffpunkt für Gleichgesinnte, die ihre Reiseideen teilten, Fragen stellten und weiterdachten. Für Walo war klar: Globetrotter sollte kein klassisches Reisebüro sein, sondern ein Ort des Austauschs.
Himalaya, Ladakh und die ersten Diavorträge
Die eigentliche Geschichte begann zwei Jahre früher. 1974 hielt Walo an Zürcher Klubschulen seine erste Vortragsreihe über Abenteuer auf sieben Kontinenten. Die Säle waren ausverkauft, die Nachfrage riesig. Er tourte bald durch die ganze Schweiz, klebte Plakate eigenhändig und beantwortete Fragen bis nach Mitternacht.
1975 zog es ihn erneut in den Himalaya. In Ladakh durchquerte er als erster Fremder in der Neuzeit das abgelegene Zanskar-Tal. Die Erfahrung prägte ihn und weckte bei vielen Zuhörerinnen und Zuhörern den Wunsch, selbst aufzubrechen.
Aus dieser Bewegung entstand der Globetrotter-Club: ein Treffpunkt für Gleichgesinnte, mit Newslettern, Gratisannoncen und ersten handgemachten Reisehandbüchern. Keine Strategie, sondern ein lebendiger Austausch, geboren aus Sehnsucht und Gemeinschaft.
Die ersten Graumarkt-Tickets
1976 verkaufte Walo die ersten Billigtickets, die sogenannten «Graumarkt-Billette». Anders als andere tat er dies nicht unter der Hand, sondern ganz offen. Linienflüge zu deutlich günstigeren Preisen machten Fernreisen plötzlich für viele möglich. Doch der eigentliche Unterschied lag nicht im Preis, sondern darin, wie Globetrotter beriet: ausführlich, persönlich, unabhängig von Verkaufszahlen. Beratung bedeutete Zeit – und Zeit war für Walo kein Kostenfaktor, sondern Teil des Wegs.
Der Kampf um den Namen Globetrotter
1977 drohte die junge Firma an einem juristischen Streit zu zerbrechen. Der Logistikkonzern Danzas beanspruchte den Namen «Globetrotter» für sich. Für Walo war das ein Angriff auf Identität und Vision zugleich – und er hielt dagegen.
«Ich war der Globetrotter – dieser Name war meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft», erinnert er sich. Damit war klar: Globetrotter war mehr als ein Firmenname. Es war ein Lebensgefühl, das niemand so leicht auslöschen konnte.
Die Meilensteine
Aus den improvisierten Anfängen wuchs schnell mehr: neue Filialen, ein eigenes Magazin, später Krisen und kreative Antworten. So reiht sich ein Schritt an den nächsten – die Meilensteine, die Globetrotter geprägt haben.