Stresstest am Cotopaxi

Abenteuer & Outdoor
Jasmin Holenstein
23. Januar 2026

Ecuador, 2021. Der Grat zwischen Panik und Euphorie ist sehr schmal auf 5897 Meter über Meer.

Es ist November 2021, die Pandemie lässt weiterhin nur kurzfristige Reisepläne zu. Ich entscheide mich spontan für einen Trekkingtrip in Ecuador. Highlight des Programms: die Besteigung des Cotopaxi, einer der höchstgelegenen aktiven Vulkane der Welt. Sein Gipfel thront auf 5897 Meter über Meer. 

Vor Ort sind wir eine Gruppe aus sechs weiteren Personen aus der Schweiz und einem ecuadorianischen Bergführer. Trotz meiner Kilimanjaro-Erfahrung und einiger 4000er merke ich schnell, dass ich das Greenhorn der Gruppe bin. Doch mein Selbstvertrauen wächst rasch: In den ersten zehn Tagen besteigen wir einige 3000er und 4000er, akklimatisieren uns gut und wachsen als Gruppe zusammen. Die Landschaften sind überwältigend, die Einheimischen herzlich. An manchen Orten sind wir die ersten Touristen seit Ausbruch der Pandemie. 

Schliesslich erreichen wir den Cotopaxi-Nationalpark und blicken hinauf zum majestätischen Vulkankegel. Mein besorgter Geist meldet sich: Wie kalt wird es wirklich? Reicht meine Ausrüstung? Meine Fitness? Um 22 Uhr geht’s los: Wir fahren über eine holprige Piste zum Ausgangspunkt. Kaum unterwegs, hat eines der Fahrzeuge eine Panne. Das macht meine Nervosität nicht besser. Ich bin froh, als es weitergeht und wir wenig später losmarschieren können. 

Die erste Stunde steigen wir zum Refugio auf 4800 Metern auf, danach bleibt uns die ganze Nacht für die restlichen 1100 Höhenmeter. Ich spreche mir Mut zu, denn ich kenne das Erfolgsrezept: Ein Drittel Fitness, zwei Drittel Kopfsache. Wir gehen in Zweiergruppen mit Bergführer. Gemächlich steigen wir höher, bald mit Steigeisen, Helm und Klettergurt. Die Nacht ist trocken und sternenklar, im Mondlicht zeichnen sich unsere Schatten im Schnee ab. 

Während des Aufstiegs bleibt viel Zeit für Gedanken. Ich spüre die Höhe glücklicherweise noch nicht, und wir kommen gut voran, auch wenn ich immer wieder hungrig bin. Plötzlich folgt eine steilere Passage auf dem Gletscher. Ich blicke hinauf, kurz steigt Panik auf. Meine Kollegin beruhigt mich sofort und erinnert mich daran, nur Schritt für Schritt vor mich zu schauen – Kopfsache eben. 

Langsam bricht der Tag an, der Gipfel kommt in Sicht. Wow! So nah, so greifbar. Ich bin noch voller Euphorie und Adrenalin, als ich auf dem letzten Steilstück abrupt abgebremst werde: Plötzlich bleibt mir die Luft weg, Hitze steigt auf. Ich rufe «Stopp!» und ziehe meine Jacke aus. Die Gruppe hält, ich versuche, ruhig weiterzuatmen. Und tatsächlich: Nach fünf Minuten Teepause ist die Energie zurück.  

Wenige Minuten später, kurz vor sechs Uhr morgens, stehen wir auf dem Kraterrand. Was für ein Glücksgefühl. Ich geniesse diese Gefühlsachterbahn, umarme, gratuliere, lasse den Blick in die Ferne schweifen – dankbar und begeistert über das, was wir gemeinsam erreicht haben. 

Jasmin Holenstein (39) ist Stv. Filialleiterin beim Globetrotter Travel Service in Zug. Ihr Reiseherz schlägt für gutes Essen, Trekking und den Norden – und wenn der Kopf mitmacht, auch für die Höhe.

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